Gründungspapier der Bürgerinitiative für bedarfsgerechte Kindertagesstättenplätze in Eibelshausen (BiBeKita)

In Eibelshausen herrscht ein eklatanter Mangel an Plätzen in Kindertagesstätten. Es fehlt nicht nur, wie in vielen anderen Orten, an Plätzen für Krippenkinder, sondern vor allem auch an Plätzen für Kinder über drei Jahren. Dieser Mangel betrifft beide ortsansässigen Einrichtungen und besteht nicht erst seit kurzem, sondern bereits seit einigen Jahren und die Lage spitzt sich immer weiter zu. Allein in der Kindertagesstätte Pusteblume haben in diesem Jahr 29 Familien eine Absage für den gewünschten Platz erhalten, darunter mehrere Kinder, deren Geschwister bereits diese Einrichtung besuchen. Dazu gibt es für das kommende Jahr bereits 20 Neuanmeldungen. Nachdem einzelne Familien (auch über Jahre hinweg) die Gemeindevertretung über die prekäre Lage, in die sie das Fehlen von Betreuungsplätzen für ihre Kinder bringt, in Kenntnis setzte, ohne jedoch dabei Gehör zu finden, hat Anfang dieses Jahres der Elternbeirat der Kindertagesstätte Pusteblume die zuständigen Stellen angeschrieben und darum gebeten die Möglichkeit der Erweiterung der Einrichtung zu prüfen. In einigen Sitzungen wurde die Thematik auch tatsächlich besprochen. Es schien jedoch von Beginn an keine erhöhte Bereitschaft zu bestehen, eine Erweiterung möglich zu machen. Stattdessen entstand der Eindruck, dass von Anfang an die einfachste Lösung gesucht wurde, statt nach einer, die wirklich bedarfsgerecht ist. Es wurde beschlossen dem KiTa-Platzmangel kurzfristig entgegenzuwirken, indem die Kindertagesstätten in den Eschenburger Ortsteilen Simmersbach (Waldgruppe) und Eiershausen (Container) erweitert werden. Langfristig soll in Eiershausen ein Neubau entstehen, der Platz für drei Gruppen schafft. Es werden also viele neue Plätze an Orten entstehen, wo sie eigentlich nicht fehlen.

Mit der Gründung dieser Bürgerinitiative möchten wir auf die Situation aufmerksam machen und uns dafür einsetzen, dass neue Plätze dort geschaffen werden, wo sie auch gebraucht werden, d. h. bedarfsgerecht. Genau dazu sind die zuständigen Stellen vom Gesetzgeber angehalten, nämlich zum bedarfsgerechten zur Verfügung stellen von Betreuungsplätzen, was auch den Standort der Plätze umfasst. Der momentane Versuch einer Lösung ist für die betroffenen Familien und Kinder tatsächlich keine und entspricht auch nicht dem „Leitbild der Gemeinde Eschenburg für die Kindertagesbetreuung in Eschenburg“, in der es heißt, dass die zur Verfügung stehenden Ressourcen, auch die finanziellen, optimal genutzt werden sollen. Es ist höchst zweifelhaft, dass dies in diesem Fall geschehen ist. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass nach Möglichkeit in Eibelshausen ausreichend Kita-Plätze geschaffen werden.

Es ist uns ein großes Anliegen, dass unsere Kinder im Wohnort Freundschaften schließen können, die sie auch in jungen Jahren selbst pflegen können. Auch für Eltern kann es einen Einfluss auf ihr Sozialleben haben, wenn sie ihr Kind in eine Einrichtung an einem anderen Ort bringen müssen, da die Begegnungen mit Eltern aus ihrem sozialen Umfeld im Kita-Alltag und bei Festen fehlen. Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist es für viele Eltern wichtig, den Kindergarten schnell erreichen zu können und nicht die Kinder in unterschiedliche Ortschaften bringen zu müssen. Außerdem gibt es Familien, denen nur ein oder gar kein Auto zur Verfügung steht. Es ist zudem auch nicht im Interesse der Kindertagesstätten, wenn Kinder nur vorübergehend eingewöhnt werden, um dann, sobald Platz frei ist, in die Einrichtung im Wohnort zu wechseln. Weiterhin ist es so, dass einige Familien ihr Kind nur deshalb in die Krippe geben, damit sie den Ü3-Platz sicher haben, weil sie ihn dann dringend brauchen, da die Elternzeit beim Arbeitgeber nach drei Jahren abläuft. Dadurch werden dringend benötigte Krippenplätze von Kindern belegt, die sie eigentlich nicht benötigen.

Unser Bestreben ist daher eine Lösung zu finden, die den betroffenen Familien wirklich hilft und den Kindern den Start in ihr selbständigeres Leben erleichtert. Es ist in diesem Fall sicher nicht richtig, die auf den ersten Blick einfacherer Lösung zu suchen, anstatt ernsthaft und eindringlich nach einer Möglichkeit zu suchen, die Plätze genau dort zu schaffen, wo sie gebraucht werden.

Eschenburg-Eibelshausen, 23. September 2019
Unterzeichnet von: (in alphabetischer Reihenfolge)
Katja Hölscher, Katharina Schäfer, Stefanie Treupel, Birte Wagner, Christina Wiegner